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von Karl-Heinz Brausen - 24.05.2013

Das Durchschnittsalter der Steinkohlenkraftwerke in Deutschland von über 30 Jahren macht eine zügige Erneuerung des Kraftwerksparks notwendig. Kohle wird vorerst zur Realisierung und der Bezahlbarkeit der Energiewende weiterhin eine bedeutende Rolle bei der Stromerzeugung und vor allem auch bei der Besicherung der Erneuerbarer Energien spielen. Natürlich ist dies mit CO2-Emissionen verbunden. Daher sind die Kraftwerksbauer immer stärker gefordert, diese Emissionen zu begrenzen. Eine unmittelbare CO2-Minderung bei Kraftwerksneubauten ist durch eine Erhöhung des Wirkungsgrads zu erreichen.

Ein modernes Kraftwerk wie Datteln 4 verbraucht durch höhere Wirkungsgrade gut ein Fünftel weniger Kohle und emittiert ca. 20% weniger CO2. Mit einem elektrischen Wirkungsgrad von über 45 Prozent und einem Gesamtwirkungsgrad (Stromproduktion sowie Auskopplung der Fernwärme) von bis zu 60 Prozent zählt es zu den modernsten und effizientesten Steinkohlekraftwerken der Welt.

Da durch eine Inbetriebnahme von Datteln 4 der Verbrauch an Strom ja nicht steigt, verdrängt die Stromproduktion aus Datteln 4 andere Kohlekraftwerke mit schlechteren Wirkungsgraden vom Markt. Sobald also Datteln 4 am Netz ist, sinken die CO2-Emissionen pro Jahr um mehr als 1,2 Mio. Tonnen bzw. 100.000 Tonnen im Monat.

Der wieder einmal von Kraftwerkskritikern geforderte Vergleich des CO2-Ausstoßes des Altkraftwerks und des Neukraftwerks scheint alljährlich als Wiedervorlage abgelegt zu sein. Dabei wurde z.B. zuletzt im Jahr 2011 im Rahmen des Regionalplanänderungsverfahrens eine Vergleichsrechnung Altkraftwerke / Neukraftwerk bezogen auf die CO2 Emissionen durchgeführt und veröffentlicht (Prognos-Gutachten vom April 2011 -Verträglichkeit mit den Klimaschutzzielen). Dort heißt es: Im Vergleich zu den alten Anlagen beträgt die Effizienzverbesserung des Kraftwerksneubaus Datteln 26.4 %. Die Effizienzverbesserung bewirkt, dass der Kraftwerksneubau pro erzeugte Kilowattstunde deutlich weniger CO2 emittiert.

Im gleichen Gutachten sind übrigens auch die CO2-Emissionen des neuen Kraftwerks und der alten Kraftwerksblöcke I-III aufgeführt. Nach wie vor sind die Unterlagen im Internet verfügbar: http://www.metropoleruhr.de/regionalverband-ruhr/regionalplanung/regionalplaene/rp-aenderungen/kraftwerksstandort-datteln/energiewirtschaft-fernwaerme.html (Dies ist ein externer Link, der in Ihrem Browser eine neue Seite öffnet.)

In seiner Sitzung am 15.05.2013 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Bauen und Verkehr einen Sachstandsbericht zum Vergleich der Emissionsfrachten zwischen dem Kraftwerk Datteln 1-3 und dem geplanten Kraftwerk Datteln 4 vorgelegt. Nachzulesen unter: https://datteln.more-rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=2011-StaUBuV-23&suchbegriffe=sitzungsvorlage+nr.+09-14%2F1033&select_koerperschaft=&select_gremium=StaUBuV&datum_von=15.05.2013&datum_bis=18.12.2013&entry=0 (Dies ist ein externer Link, der in Ihrem Browser eine neue Seite öffnet.)

Der Verfasser schreibt: Beim Vergleich von Altanlagen mit Neubauten ist es zweckmäßig, die zulässigen Emissionsfrachten bezogen auf die erzeugte elektrische Leistung darzustellen. Diese normierte Gegenüberstellung bezieht sinnvollerweise sowohl die unterschiedlichen Größenverhältnisse als auch Maßnahmen zur Emissionsminderung sowie diejenigen zur Wirkungsgradsteigerung mit ein.

Jedermann kann die Werte nachlesen und nachvollziehen, wie eine CO2-Einsparung von knapp 1,3 Mio. t pro Jahr durch Datteln 4 bewirkt wird. Umso mehr bin ich verwundert, warum ausgerechnet Kraftwerkskritiker fordern, die sich ja beim Regionalplanänderungsverfahren medienwirksam durch Übergabe von Unterschriften in Szene gesetzt hatten, diese Zahlen „endlich zu erfahren". Sie müssten doch nur ins Internet auf die Seiten des RVR schauen. Transparenter kann man wohl nicht informieren.