Aktuelles zum Kraftwerk

Hier finden Sie Neuigkeiten und aktuelle Informationen zum Kraftwerk.


 

von Karl-Heinz Brausen - 16.08.2017

Einige Zeit ist vergangen, seitdem die Tätigkeiten auf der Baustelle wieder aufgenommen wurden. Nachdem Uniper seit März 2016 über eine „Zulassung des vorzeitigen Baubeginns von der Bezirksregierung Münster nach § 8a BImSchG bereits Arbeiten durchführen konnte, ging es mit der Erteilung der Vollgenehmigung am 19. Januar 2017 richtig los.

Die Kernkomponenten des Kraftwerks mit Dampferzeuger, Rauchgasreinigung, Turbosatz und Kühlturm war ohnehin nicht vom Baustopp betroffen und zum Zeitpunkt der Vollgenehmigung bereits so weit fertig gestellt wie es unter den gegebenen Umständen möglich war.

Die durch den Baustopp stillgelegten Bereiche umfassten die elektrische Anbindung an die 380 kV Schaltanlage, die Hilfsdampferzeuger, die Kohlelogistik, die Wasseraufbereitung, die Aschelagerung und den Aschetransport, den Straßenbau und auch das Verwaltungsgebäude. Hier ein Überblick über den momentanen Stand.

 

Elektrische Anbindung

Die zwei Maschinentransformatoren erhielten als Schallschutzmaßnahme eine Teileinhausung, um den Schallleistungspegel der beiden Transformatoren einschließlich der Kühleinrichtungen zu reduzieren.

Bereits im April 2017 wurde der 380 KV-Netzanschluss des Kraftwerks hergestellt. Gleichzeitig wurden auch der Generatoranschluss und der Anschluss des Eigenbedarfstransformators realisiert. Dies war eine Voraussetzung für den Betrieb von elektrischen Großkomponenten wie Pumpen- und Lüfterantriebe.

 

Dampferzeuger

Auch wenn er nicht unter den Baustopp fiel, sind doch einige Arbeiten nur unter der Vollgenehmigung möglich. Im Mai wurde ein so genanntes „Spannungsarmglühen" durchgeführt. Dabei wurde der Kessel mit Ölfeuer über extra eingebaute Ölbrenner auf der Rauchgasseite und mit heißer Luft auf der Wasserdampfseite erwärmt, damit sich Spannungen im Stahl ausgleichen konnten. In den nächsten Monaten wird dann erstmals angefeuert.

 

Hilfsdampferzeuger

Ihr Zweck ist die Erzeugung von Hilfsdampf für den Anfahrbetrieb des Kraftwerks und die Erzeugung von Fernwärme für die Stillstandszeiten des Blocks. Seit Mitte Juli 2017 sind die Hilfsdampferzeuger betriebsbereit, in den Tagen davor war für Beobachter der Dampfaustritt sichtbar, der während des letzten Tests entstand.

 

Kohlelogistik

Man kann sie vom anderen Kanalufer gut sehen, die zwei großen Schiffsentlader. Die Nachricht von der ersten Kohleanlieferung hatte es in einige Zeitungen und auch ins Fernsehen geschafft. Aber bis auf dieses eine Schiff, dessen Ladung zu Testzwecken verwendet wurde, ist bisher keine weitere Kohle angeliefert worden. Mit der Testkohle sind der erste Schiffsentlader und die Bandstraße zum Block erfolgreich getestet worden.

Die Kohle wird vom Hafen aus über geschlossene Bandanlagen zum Kohlelager oder direkt in die Kohlenbunker oberhalb der Kohlemühlen transportiert. Die Bandanlagen vom Kohlelager zum Block sind geschlossen bzw. eingehaust. Auf dem Kohlelager wird die Kohle von einem Absetzer aufgeschüttet und von zwei Kratzern zurück auf die Transportbänder befördert, um dann zu den Kohlebunkern transportiert zu werden.

 

Wasseraufbereitung

Einerseits wird hier Kanalwasser und, falls es zur Verfügung steht, Regenwasser, behandelt. Für den Kühlwasserkreislauf wird es entkarbonisiert, für den Wasser-Dampf-Kreislauf vollentsalzt. Andererseits findet hier auch die Abwasserbehandlung statt. Die Arbeiten in der Wasseraufbereitung dauern derzeit noch an.

 

Rauchgasentschwefelungsanlage

Die Arbeiten an der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) dauern noch an. Unter anderem wird noch die Verladung fertig gestellt. Die REA ist die letzte Reinigungsstufe des Rauchgases vor dem Rauchgasaustritt im Kühlturm.

 

Aschelagerung und –transport

Über eine Bandanlage wird in Zukunft die Grobasche aus dem Nassentascher zum südlichen Ende des Geländes transportiert. Dort wird die Grobasche unter überdachten Lagerplätzen zwischengelagert.

Die beiden Silos für die Flugasche, das Großsilo und das Kombi-Verladesilo, sind noch in der Montage. Die beiden runden Aufbauten auf dem Kombisilo dienen später der Speicherung und Mischung unterschiedlicher Flugaschequalitäten.

Am Hafen wurden Ende Juni die beiden Zwischensilos für Flugasche mit einer Kapazität von jeweils 300 m³ aufgebaut. Dort verbleibt die Flugasche, die für den Schiffstransport vorgesehen ist, bis zur Verladung.

 

Straßenbau

Die ehemaligen Schotterwege werden zu Straßen. Die Arbeiten sind noch in vollem Gang.

 

Verwaltungsgebäude

Am Verwaltungsgebäude finden derzeit keine Arbeiten statt.

 

Kühlturm und Kühlkreislauf

Von außen sichtbares Zeichen der Fertigstellung ist die neue Schallschutzwand, eine der Erweiterungen des neuen Bebauungsplans. Sie schirmt die Kühlturmgeräusche noch weiter ab als es die bereits installierten Schallschutzelemente am unteren Kühlturmende ohnehin schon tun. Außerdem wurden die zwei Hauptkühlwasserpumpen erstmals getestet.